Die Frauengruppe der Süd-Tiroler Freiheit weist auf die noch immer vorherrschende Ungleichheit bei der Entlohnung von Frauen und Männern hin.

Bereits im Jahre 2014 rief die Europäische Kommission alle Mitgliedsstaaten auf, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um das Lohngefälle abzubauen. In der „Empfehlung der Kommission vom 7. März 2014 zur „Stärkung des Grundsatzes des gleichen Entgelts für Frauen und Männer durch Transparenz“ wurden die Mitgliedsstaaten aufgefordert, die Ergebnisse bis zum 31.12.2015 mitzuteilen.

Wurde dem Aufruf Folge geleistet und die Lohnschere geschlossen? Nein!

Obwohl Frauen in Südtirol mittlerweile dasselbe bis höhere Bildungsniveau und dieselbe fachliche Ausbildung haben wie Männer, verdienen sie immer noch bis zu einem Viertel weniger als die Männer.

Diese durch nichts zu rechtfertigende Ungleichbehandlung bedingt finanzielle Schlechterstellung, weniger Kaufkraft und geringere Attraktivität weiblicher Arbeit. Die Folge davon ist, dass immer noch fast ausschließlich Frauen aus dem Beruf ausscheiden, und sich um Kinder und Haushalt kümmern. Im Alter droht den Frauen als Folge davon die Altersarmut.

Familiengründung erhöht die Haushaltskosten und erlaubt es in den seltensten Fällen, dass die Frau in ihrem schlechter bezahlten Beruf bleibt und der Mann die Kindererziehungszeit nimmt.
Es muss alles daran gesetzt werden, um die Entlohnung der Frauen an jene der Männer anzugleichen!

L.-Abg. Myriam Atz Tammerle
Frauensprecherin der SÜD-TIROLER FREIHEIT