Aus der Antwort von Gesundheitslandesrätin Martha Stocker auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Myriam Atz Tammerle von der Süd-Tiroler Freiheit geht klar hervor, dass es in allen Südtiroler Krankenhäusern an Fachärzten mangelt.

In der Antwort heißt es aber auch, dass der Fachärztemangel allgemein ein europaspezifisches Problem sei. In Südtirol komme hinzu, dass eine Anstellung die Kenntnis der deutschen und italienischen Sprache voraussetze.

Der Anlass für die Anfrage war, so Atz Tammerle, die prekäre Situation in den Südtiroler Krankenhäusern. Die Abgeordnete wollte wissen, inwiefern die Landesregierung die Situation überblicken könne. Insgesamt seien die Antworten auf die Fragen nicht besonders aufschlussreich gewesen, findet Atz Tammerle. So sei es zum Beispiel nicht möglich gewesen, eine Aufschlüsselung über die unbesetzten Stellen im Facharztbereich der einzelnen Krankenhäuser zu bekommen. Ebenso eine genaue Auskunft darüber, wie viele Studenten jährlich einen Abschluss in Medizin machen, habe die Landesrätin der Landtagsabgeordneten u.a. auf Grund von Datenschutzbestimmungen nicht geben können.

Doch vorgelegt worden sei immerhin eine Auflistung von den in den letzten zwei Jahren ausgeschriebenen Facharztstellen jeweils am Krankenhaus von Bozen, Meran, Brixen und Bruneck. So wurden beispielsweise an allen vier Krankenhäusern Stellen für die Fachbereiche Anästhesie und Wiederbelebung, Neurologie sowie Pädiatrie ausgeschrieben. Was die Abgeordnete jedoch wundert, ist dass Schlanders, Sterzing und Innichen in der Auflistung fehlen: „Gerade in Bezug auf diese Krankenhäuser wäre es interessant gewesen in Erfahrung zu bringen, wie groß der Fachärztebedarf ist!“, stellt Atz Tammerle abschließend fest.

L.-Abg. Myriam Atz Tammerle